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Odyssee nach Quebec

16. September 2007

Unser Flugzeug nach Toronto war zu schwer für die kurze Landebahn und so erklärte man uns kurz nach Mitternacht, dass wir leider umgebucht werden müssen. Dann hiess es wieder warten. Plötzlich schien es mit dem Gewicht doch wieder zu gehen und wir machten uns bereit fürs Boarden, doch dann durften wir doch nicht. Wir wurden schlussendlich auf den letzten Flug nach Montreal umgebucht, dieser sollte Calgary um 1:10 verlassen. Fünf Minuten nach der offiziellen Boardingtime bekamen wir unsere neuen Bordingpasses für den Flug nach Montreal und den Anschlussflug nach Quebec. Nun durften wir in Rekordzeit von Gate A14 zu B22 wechseln. Einmal quer durch den Flughafen. Dort angekommen ging zuerst gar nichts. Auch dieser Flug hatte Verspätung. Beim Boarden wurden unsere Plätze nochmals umgebucht und wir konnten doch noch nebeneinander Fliegen. Nach dem ganzen Hin und Her waren wir zu aufgekratzt zum Schlafen. So schauten wir uns den Film „Fantastic Four and the Silversurfer” an. Marcel schlief mitten im Film ein, obwohl er actiongeladen und spannend war. Auch Iris schlief dann noch eine Stunde bis zur Landung in Montreal. Dort angekommen, gab es beim Starbucks einen Zmorgen. Nach einer Stunde gings ans Boarden des Anschlussfluges. Die Dame erklärte uns dann höflich, dass wir nicht boarden durften, da wir keine gültigen Tickets für diesen Flug hatten. Wir bekamen in Calgary ja nur einen Boardingpass. Nach einer kurzen aber etwas weniger freundlichen Erklärung von Marcel ging es dann doch noch. Genervt sassen wir auf den hintersten Plätzen nach Quebec und versuchten zu schlafen. Das gelang nur bedingt.
Der Flug verlief ruhig, doch beim der Landung musste der Pilot nochmals durchstarten und nach einer Extraschlaufe landeten wir dann um 10 Uhr Ortszeit.
Wenigstens hatte mit unserem Gepäck alles geklappt und wir konnten es gleich in Empfang nehmen. Dann nahmen wir ein Taxi direkt zu unserem Hotel. Dort hiess es dann, dass unser Zimmer noch nicht bereit sei, da die Putzfrau aus irgendwelchen Gründen noch nicht erschienen war. Das machte nun auch nichts mehr aus. Ungeduscht gingen wir ins Infocentre und holten uns alles Nötige für die nächsten Tage. Wir schlenderten durch die unzähligen Gassen der wunderschönen Altstadt und fühlten uns wie in Frankreich.

Auf einem Platz konnten wir einem Strassenkünstler beim Musizieren zuschauen. Der war wirklich gut, denn er spielte gleichzeitig Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeug. Dazwischen sang er auch noch. Die Zuschauer waren restlos begeistert und auch wir spendeten ausnahmsweise ein paar Coins.

Nach einem kurzen Besuch im Internetcafe gingen wir zurück zum Hotel um endlich mal die Beine hochzulagern. Was für ein Gefühl.
Das Abendessen genossen wir in einem real Swiss Restaurant. Wieder einmal einheimische Küche. Mmmmh, en guetä!

Danach besprachen wir noch das Programm der nächsten Tage und gingen dann beizeiten ins Bett.
Im Übrigen hat man uns ja wieder 2 Stunden „geklaut“. Wir hinken jetzt also nur noch 6 Stunden hinterher, wir holen langsam auf 😉

Odyssee Calgary

15. September 2007

Die Zeit vergeht, heute war der Rückgabetag des Campers und der letzte im Westen.
Am Morgen wurde noch der Rest gepackt und der Camper für die Abgabe vorbereitet. Um halb 10 fuhren wir vom Camping die letzten Kilometer nach Airdrie, wo die Abgabe stattfand. Die letzten Kilometer meisterten wir auch noch unfallfrei. Auf dem Parkplatz von Fraserway zeigte der Kilometerzähler 2926 an, eine stolze Zahl für 24 Tage.
Die Abgabe verlief, nachdem wir das Systeme gecheckt haben, recht schell. Noch vor dem Mittag erreichten wir den Flughafen und checken ein. Nach einem letzten selbstgemachten Sandwich stellten wir unser Handgepäck ein und nahmen den Bus in die City.

Bei der Info sagte man uns, der Transfer dauere ca. 45 Minuten. Der Bus kam mit 10 Minuten Verspätung beim Flughafen an. Die Fahrerin fuhr wie bei einem Crash-Car-Rennen und verfuhr sich auf dem Weg zur C-Train-Station. Die Verspätung wuchs an und wir verpassten natürlich das Anschluss-Tram. Das nächste stand schon da, aber fuhr und fuhr nicht. Wir wurden langsam ungeduldig, dann ging es endlich los. Nach einer Station durften wir wieder 5 Min. warten, weiss der Geier wieso. Der Plan, den Heritage Park zu besuchen, konnten wir vergessen, da wir das ganze nicht in Rekordzeit von einer Stunde machen wollten. So besuchten wir an der Stephens Street die offizielle Calgary Flames Sportbar (Hockey).

Dort wurde der Footballmatch zwischen den Calgary Stampeders und Saskatchwan übertragen. Bei einem Bier genossen wir das Spiel und liessen und von zwei Hardcore-Fans die Regeln erklären. Calgary gewann das super Spiel haushoch.
Danach gings durch Downtown in den Princes Park beim Bow River, dort genossen wir die Sonne und relaxten ein bisschen.

Nach dem Nachtessen machten wir uns auf den Rückweg zum Flughafen. Wo wir die Zeit bis Mitternacht mit Karten spielen und lesen überbrückten.

Calgary

14. September 2007

Nach unseren gestrigen Parkplatzproblemen machten wir es heute besser. Wir parkierten ausserhalb Downtowns bei einer C-Train Station und fuhren dann per Tram in die City.
Zuerst schauten wir uns kurz auf dem Stampede Gelände um. Da die grossen Shows aber im Juli sind, herrschte jetzt tote Hose. So fuhren wir weiter zum Heritage Park. Wir hatten da einen Tipp bekommen. Leider hat der Park aber nur noch am Wochenende geöffnet, da die Sommersaison zu Ende ist. Nun gut, genossen wir halt selbstgemachte Sandwiches und genossen die Sonne mit Blick auf den See.
Danach gings zurück nach Downtown. Wir liefen etwas dem Bowriver entlang bis zum Eau Claire Market. Dort hatten wir Gratis-Internet und konnten endlich mal wieder alles aktualisieren. Auf dem Campingplatz wäre Internet zu überrissen teuren Preisen erhältlich. Das muss nicht sein…
Nun geht es noch ein bisschen in die Shoppingmalls und danach müssen wir packen und unser Wägelchen putzen. Morgen Nacht geht’s in den Osten.

Canmore – Calgary

13. September 2007

So schön und warm wie die Tage, so klar und kalt sind die Nächte.
Heute nahmen wir den letzten Abschnitt unserer Westcanada-Camping-Route in Angriff. Auf dem alten Highway (1A) war die Strassenqualität auf weiten Strecken nicht so komfortabel, dafür die Aussicht schöner als auf dem TCH. Die schneebedeckten Berggipfel der Rocky Mountains rückten allmählich weiter in den Hintergrund und wir fuhren auf´s offene Land.

Beim Canada Olympic Park machten wir Mittagsrast und einen Fotostopp. Im Info Centre erhielten wir Kartenmaterial und Tipps.

Beim McMahon Stadion (Calgary Stampeders) versuchten wir zwei Tickets für das Football-Spiel am Samstag zu ergattern. Leider ist dieses Spiel eines der Besten der ganzen Saison und darum seit Tagen ausverkauft.
Nun erhofften wir uns bei der Parkplatzsuche in Downtown etwas mehr Glück. Die auf der Karte eingezeichneten Parkplätze waren in temporäre Baustellen umgewandelt worden und so kurvten wir vergeblich umher. Nach einiger Zeit fanden wir dann doch noch einen. Mit einem grösseren Camper könnte man ein solches Unterfangen gleich vergessen.
Nun erkundeten wir etwas die Stadt und bewunderten die Devonian Gardens im 4. Stock eines Hochhauses.

Unser Campingplatz für die letzten zwei Nächte liegt etwas östlich von Calgary.

Banff – Canmore

12. September 2007

Seit gestern Abend regnete es in Strömen und in den Bergen schneite es sogar. Als wir vom Camping losfahren wollten, regnete es plötzlich in die Fahrerkabine. Wie das Wasser hineingelangte blieb uns ein Rätsel.

In Banff besichtigten wir das „Buffalo Nations Luxton Museum“, welches sich mit der Geschichte der Indianer auseinandersetzt.

Danach machten wir die unzähligen Souvenir-Shops unsicher.
Am späteren Nachmittag fuhren wir die kurze Strecke nach Canmore und suchten uns einen Campingplatz. Dort befassten wir uns mit Calgary und Ostkanada.

Kootenay NP – Banff

11. September 2007

Schweren Herzens, aber mit strahlendem Sonnenschein verabschiedeten wir uns von Radium Hot Springs. Einen ersten Fotostopp machten wir beim Olive Lake. Die Farbe des Sees war wirklich etwas oliv. Das Wasser war glasklar und so konnten wir sogar ein Fischli entdecken. Es war aber zu klein für auf den Grill, so liessen wir es wo es war.

Gemütlich fuhren wir weiter durch den wunderschönen Kootenay NP. Dieser ist zwar links und rechts der Strasse nur 8km breit, aber dafür sehr idyllisch. Leider hat dieser Park aber zwei „Gesichter“. Einerseits die dunklen Tannenwälder und andererseits kahle Baumstämme. In den Jahren 1968, 2001 und 2003 wüteten hier riesige Waldbrände. Auch heute war ein Gebiet gesperrt und wir konnten Rauch sehen und riechen. Im Gebiet des 1968-Brandes sind mittlerweilen neue Tannen gewachsen. Dazwischen stehen aber immer noch die alten Stämme. Ein Brand bringt auch neues Leben und verjüngt einen Wald wieder. Trotzdem sieht es zur Zeit kläglich aus.

Kurz vor Ende des Parks besichtigten wir noch die Paint Pots. Das sind runde, rötlich-gelbe Erdkuhlen, welche ihre Entstehung dem ständig fliessendem eisenhaltigem Wasser aus drei mineralhaltigen Quellen verdanken. Schon die Indianer nutzten diese Ockergruben zur Körperbemalung und zur Verschönerung der Tepees. Später wurden die Gruben komerziell ausgebeutet. Der Sand diente als Grundstoff für Färbemittel. Noch heute sieht man verrostete Gerätschaften aus dieser Zeit.

Knapp 30km vor Banff beschlossen wir den alten Hwy1 (heute 1A) zu benützen. Dieser hat landschaftlich eindeutig mehr zu bieten, ist gemütlicher und erst noch kürzer. Wir stoppten noch beim Johnston Canyon und schauten uns die Lower Falls an.
In Banff sicherten wir uns zuerst einen Platz für die Nacht (hier hat es ja wieder mehr Touristen). Dann fuhren wir ins Zentrum und bummelten etwas den vielen Läden entlang.
Vor dem Abendessen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Minnewanka Lake. Auf der Strecke sahen wir eine Herde Wapitiweibchen und ein paar Ziegen.

Unser Steak mussten wir heute auf unserem Grill braten, da keine Feuerstelle vorhanden war. Es wurde natürlich super fein und auch die Marshmallows auf der Gabel gebraten gelangen perfekt. Man muss halt improvisieren.

Waterfowl Lake – Golden

07. September 2007

Heute fuhren wir eine uns bereits bekannte Strecke, nämlich durch den Yoho Nationalpark. Hier konnten wir keine weiteren Sehenswürdigkeiten besuchen oder Trails machen, da alles was wir noch nicht hatten mehr Zeit bräuchte. So fuhren wir direkt bis Golden durch.
Im Visitor Centre kauften wir für morgen Tickets für den Kicking Horse Mountain. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
Nach dem Einkaufen und Mittagessen fuhren wir zum Northern Lights Wildlife Wolf Centre. Dort lernten wir viel Interessantes über Wölfe.

Leider ist die Population in den umliegenden Nationalparks nicht mehr sehr gross, was zu einem allgemeinen Artensterben führt. Denn wenn die Wölfe keine Rehe, Hirsche, etc. erlegen, dann fressen diese zu viel Gras und Bäume ab. Dadurch kommen die Biber zu kurz, welche für gestautes Wasser sorgen, was wiederum Lebensraum für Vögel bietet. Man sieht also, der Wolf ist der Schlüsselstein in diesem Oekosystem. 1950 hatte man im Yellowstone Nationalpark (USA) dasselbe Problem. Die Kanadier untersützten ein Wiederbelebungsprogramm und spendeten 1995 30 Wölfe. Innerhalb von 8 Jahren vermehrten sich diese auf über 300. Das Projekt war demnach erfolgreich. Warum also handelt Kanada nicht nach diesem Beispiel? Man will schon, aber nur in wenig besiedelten und abseits des Tourismus liegenden Tälern. Folglich wird daraus nichts in Banff und Jasper. Schade …

Auf dem Campingplatz angekommen, konnten wir uns endlich wiedermal dem Blog und den Mails widmen. Leider nicht ganz komfortabel im Van, aber auch in der Laundry kann es einigermassen gemütlich sein 🙂

Abraham Lake – Waterfowl Lake

06. September 2007

Ein regnerischer Morgen veranlasste uns zu keinster Eile. Ein Trail kam für uns heute überhaupt nicht in Frage, da es zudem auch noch kalt war. So fuhren wir zurück zum Saskatchewan Crossing, wo wir einen längeren Halt einlegten. Gekauft haben wir allerdings nichts, dort ist es zu teuer.
Nach einem letzten heftigen Guss fuhren wir zum Waterfowl Lake Campground und beschlossen dort wie geplant zu übernachten. Da hier in den Bergen der Herbst mit kalten Temperaturen bereits Einzug gehalten hat, blieben wir im Warmen und spielten Karten und lasen.
Von einem Aussichtspunkt aus versuchte Marcel am späteren Nachmittag sein Glück Elche zu sehen. Natürlich ohne Erfolg. Da die Temperaturen so gar nicht zum Grillieren einluden, probierten wir unseren Ofen aus. Es gab Lasagne, fein!
Immer noch keine Elche! Nach einer weiteren Partie Uno gingen wir zeitig unter die warme Bettdecke.

Jasper – Abraham Lake

05. September 2007

Nachdem wir wieder einmal ausgeschlafen hatten, fuhren wir auf dem Icefield Parkway Richtung Süden. Einen ersten Halt machten wir bei den Athabasca Falls. Diese hatten wir ein paar Tage zuvor noch nicht gesehen und so holten wir dies nach. Gelohnt hat sich der Besuch auf jeden Fall.

Danach fuhren wir bis zum Columbia Icefield, wo wir zu Fuss den Gletscher in Angriff nahmen. Das heisst, da wo der Parkplatz und der Fussweg ist, da war vor wenigen Jahrzehnten noch dickes Eis. Heute mussten wir doch noch einige Meter hochsteigen. Der Gletscher ist von seinem Ursprung schon über 60% zurückgegangen. Wenn man das so von Auge sieht, ist das schon erschreckend. Auf den Gletscher selbst konnten wir alleine nicht, denn das wäre zu gefährlich gewesen. Man kann da aber geführte Touren machen oder sich für Unsummen per Schneetrack aufs Eis bringen lassen. Wir verzichteten auf beides.

Beim Saskatchewan Crossing bogen wir dann Richtung Red Deer ab und verliessen den Nationalpark. Auf dieser Strasse herrschte bedeutend weniger Verkehr und so nahmen wirs gemütlich. Unser Ziel war der Abraham Lake. Dieser See ist vom Tourismus so gut wie unberührt. Vom Campground aus führte ein kurzer Weg ans Ufer, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf See und Bergpanorama hatten.

Maligne Lake

04. September 2007

Heute stand der Maligne Lake auf unserem Programm. In diesem See ist die kleine Insel Spirit Island. Ein oft verwendetes Motiv auf Wandkalendern und Werbung für den Jasper Nationalpark.
Unterwegs sahen wir wieder einen wunderschönen Elk mit grossem Geweih. Er stand ganz nah am Strassenrand, so dass wir gute Fotos machen konnten.

Dann schauten wir uns den Maligne Canyon an. Es ist schon gewaltig, was für eine Kraft Wasser hat.

Vor dem Maligne Lake kam noch der Medicine Lake. Dort machten wir lediglich einen kurzen Fotostopp. Dieser See ist speziell, weil der Maligne River unterirdisch abfliesst.

Beim Maligne Lake angekommen, trafen wir auf dem Parkplatz zuerst einmal Rehe (Mule Deer), ein Weibchen und zwei junge Männchen. Frisch gestärkt machten wir uns auf den 3,2 km langen Rundtrail. Iris verzichtete auf die erst gerade gekauften Bärenglöckchen (Bärenwarnung war für einen anderen Trail angegeben). Unterwegs sahen wir noch einmal ein Reh, welches sich nicht gross von uns beim Fressen stören liess. Ansonsten war der Trail nicht so spannend. Ausgerechnet als der Weg ans Seeufer führte, fing es an zu regnen. Auch Spirit Island konnten wir nicht sehen. Dafür hätten wir höher steigen oder das teure Boot nehmen müssen.

Auf dem Rückweg nach Jasper zeigte sich dann immer mehr die Sonne. Das Leben kann ja soooo gemein sein. In Jasper gönnten wir uns ausnahmsweise einen Restaurantbesuch: chinesisch! Danach gingen wir noch ins Kino Bourne Ultimatum schauen.