Easy Sunday

09. September 2007

Das Wetter war perfekt: Sonnenschein, blauer Himmel und 24 Grad. Im Wald, am Schatten oder mit Wind war es aber kühl.

Wir legten mal ein etwas ruhigeren Tag ein. Den Morgen verbrachten wir mit ausschlafen, gemütlich frühstücken und genossen den Campingplatz. Dieser liegt am Rande von RHS in einem Tal. Daher ist es sehr ruhig und unser Platz ist mit Bäumen umrundet und gleich neben einem kleinen Bach. Drei Rehe kamen zum Grassen, aber vom Puma war weit und breit nichts zu sehen.
Am Mittag machten wir einen stündigen Ausritt in die Berge. Von dort hatten wir eine gute Aussicht auf RHS und das ganze Tal. Während des Rittes erzählte man uns viel über die Gegend und Wildtiere. Diverse Puma-Spuren waren zu sehen, aber er selbst machte wahrscheinlich einen Mittagsschlaf. So konnten auch die Rehe ohne Sorge äsen, welche nur 5 Meter von uns unter den Bäumen weilten.
Für Marcel war es das 1. Mal auf dem Rücken eines Pferdes. Am Anfang war es ein bisschen ungewohnt, ging dann aber immer besser.

Zur Krönung des Tages liessen wir uns für 45 Minuten massieren. Herrlich! So relaxt schauten wir uns noch in RHS um und sahen 4 Bighorn Sheeps auf dem Golfplatz.
Den Abend verbrachten wir gemütlich am Lagerfeuer, machten leckere Steaks und zum Dessert gabs natürlich die obligaten Marshmallows.

Golden – Radium Hot Springs

08. September 2007

Heute war früh tagwach. Es war sonnig, blauer Himmel mit wenig Wolken und Morgenrot, aber kalt.
Nach einer Dusche und Frühstück verliessen wir den Campingplatz und sahen beim Ausgang eine Herde Bighorn Sheeps. Leider blieb uns nicht viel Zeit für Fotos, denn wir hatten um 9 Uhr ein Rendezvous mit Boo.

Beim Kicking Horse Mountain (14 km von Golden entfernt) bestiegen wir
den Sessellift. Die Endstation war auf halber Höhe, dort lebt seit 5,5
Jahren der Grizzly-Bär Boo. Seine Mutter wurde erschossen als er und
sein Bruder (Cari) noch klein waren. Seither haben sie dort ein neues
Zuhause. Cari starb vor 3 Jahren krankheitshalber.Von einem seiner
Betreuer bekamen wir viele interessante Informationen über Boo und Bären
im Allgemeinen. Boo lebt zwar in einem kleineren Territorium, wie er in
der Freiheit hätte, aber wurde in keinster Weise sozialisiert. Er muss
sich sein Futter selbst suchen, welches zu 50% in seinem Areal wächst.
Die andere Hälfte wird zu unregelmässigen Zeiten an unterschiedlichen
Stellen versteckt.

Nach dieser Begegnung nahmen wir die Goldel zum Gipfel. Auf der Fahrt entdeckten wir einen frei lebenden Schwarzbären.
Oben angekommen genossen wir das Panorama, obwohl immer mehr Wolken aufzogen.

Am frühen Nachmittag verliessen wir Golden in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel hiess Radium Hot Springs (RHS). Das Wetter war super und wir konnten ein paar Golden Eagle (Adler) beim Jagen zuschauen. In RHS holten wir uns zuerst Informationen, dann legten wir uns einen Schlachtplan für die nächsten Tage zurecht.
In der Gegend sind seit einigen Tagen ein Black Bear und ein Cougar (Puma), mal sehen ob uns einer der beiden vor die Linse kommt. Aber keine Angst unter diesen Voraussetzungen bringt man Iris auf keine Wanderung …

Waterfowl Lake – Golden

07. September 2007

Heute fuhren wir eine uns bereits bekannte Strecke, nämlich durch den Yoho Nationalpark. Hier konnten wir keine weiteren Sehenswürdigkeiten besuchen oder Trails machen, da alles was wir noch nicht hatten mehr Zeit bräuchte. So fuhren wir direkt bis Golden durch.
Im Visitor Centre kauften wir für morgen Tickets für den Kicking Horse Mountain. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
Nach dem Einkaufen und Mittagessen fuhren wir zum Northern Lights Wildlife Wolf Centre. Dort lernten wir viel Interessantes über Wölfe.

Leider ist die Population in den umliegenden Nationalparks nicht mehr sehr gross, was zu einem allgemeinen Artensterben führt. Denn wenn die Wölfe keine Rehe, Hirsche, etc. erlegen, dann fressen diese zu viel Gras und Bäume ab. Dadurch kommen die Biber zu kurz, welche für gestautes Wasser sorgen, was wiederum Lebensraum für Vögel bietet. Man sieht also, der Wolf ist der Schlüsselstein in diesem Oekosystem. 1950 hatte man im Yellowstone Nationalpark (USA) dasselbe Problem. Die Kanadier untersützten ein Wiederbelebungsprogramm und spendeten 1995 30 Wölfe. Innerhalb von 8 Jahren vermehrten sich diese auf über 300. Das Projekt war demnach erfolgreich. Warum also handelt Kanada nicht nach diesem Beispiel? Man will schon, aber nur in wenig besiedelten und abseits des Tourismus liegenden Tälern. Folglich wird daraus nichts in Banff und Jasper. Schade …

Auf dem Campingplatz angekommen, konnten wir uns endlich wiedermal dem Blog und den Mails widmen. Leider nicht ganz komfortabel im Van, aber auch in der Laundry kann es einigermassen gemütlich sein 🙂

Abraham Lake – Waterfowl Lake

06. September 2007

Ein regnerischer Morgen veranlasste uns zu keinster Eile. Ein Trail kam für uns heute überhaupt nicht in Frage, da es zudem auch noch kalt war. So fuhren wir zurück zum Saskatchewan Crossing, wo wir einen längeren Halt einlegten. Gekauft haben wir allerdings nichts, dort ist es zu teuer.
Nach einem letzten heftigen Guss fuhren wir zum Waterfowl Lake Campground und beschlossen dort wie geplant zu übernachten. Da hier in den Bergen der Herbst mit kalten Temperaturen bereits Einzug gehalten hat, blieben wir im Warmen und spielten Karten und lasen.
Von einem Aussichtspunkt aus versuchte Marcel am späteren Nachmittag sein Glück Elche zu sehen. Natürlich ohne Erfolg. Da die Temperaturen so gar nicht zum Grillieren einluden, probierten wir unseren Ofen aus. Es gab Lasagne, fein!
Immer noch keine Elche! Nach einer weiteren Partie Uno gingen wir zeitig unter die warme Bettdecke.

Jasper – Abraham Lake

05. September 2007

Nachdem wir wieder einmal ausgeschlafen hatten, fuhren wir auf dem Icefield Parkway Richtung Süden. Einen ersten Halt machten wir bei den Athabasca Falls. Diese hatten wir ein paar Tage zuvor noch nicht gesehen und so holten wir dies nach. Gelohnt hat sich der Besuch auf jeden Fall.

Danach fuhren wir bis zum Columbia Icefield, wo wir zu Fuss den Gletscher in Angriff nahmen. Das heisst, da wo der Parkplatz und der Fussweg ist, da war vor wenigen Jahrzehnten noch dickes Eis. Heute mussten wir doch noch einige Meter hochsteigen. Der Gletscher ist von seinem Ursprung schon über 60% zurückgegangen. Wenn man das so von Auge sieht, ist das schon erschreckend. Auf den Gletscher selbst konnten wir alleine nicht, denn das wäre zu gefährlich gewesen. Man kann da aber geführte Touren machen oder sich für Unsummen per Schneetrack aufs Eis bringen lassen. Wir verzichteten auf beides.

Beim Saskatchewan Crossing bogen wir dann Richtung Red Deer ab und verliessen den Nationalpark. Auf dieser Strasse herrschte bedeutend weniger Verkehr und so nahmen wirs gemütlich. Unser Ziel war der Abraham Lake. Dieser See ist vom Tourismus so gut wie unberührt. Vom Campground aus führte ein kurzer Weg ans Ufer, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf See und Bergpanorama hatten.

Maligne Lake

04. September 2007

Heute stand der Maligne Lake auf unserem Programm. In diesem See ist die kleine Insel Spirit Island. Ein oft verwendetes Motiv auf Wandkalendern und Werbung für den Jasper Nationalpark.
Unterwegs sahen wir wieder einen wunderschönen Elk mit grossem Geweih. Er stand ganz nah am Strassenrand, so dass wir gute Fotos machen konnten.

Dann schauten wir uns den Maligne Canyon an. Es ist schon gewaltig, was für eine Kraft Wasser hat.

Vor dem Maligne Lake kam noch der Medicine Lake. Dort machten wir lediglich einen kurzen Fotostopp. Dieser See ist speziell, weil der Maligne River unterirdisch abfliesst.

Beim Maligne Lake angekommen, trafen wir auf dem Parkplatz zuerst einmal Rehe (Mule Deer), ein Weibchen und zwei junge Männchen. Frisch gestärkt machten wir uns auf den 3,2 km langen Rundtrail. Iris verzichtete auf die erst gerade gekauften Bärenglöckchen (Bärenwarnung war für einen anderen Trail angegeben). Unterwegs sahen wir noch einmal ein Reh, welches sich nicht gross von uns beim Fressen stören liess. Ansonsten war der Trail nicht so spannend. Ausgerechnet als der Weg ans Seeufer führte, fing es an zu regnen. Auch Spirit Island konnten wir nicht sehen. Dafür hätten wir höher steigen oder das teure Boot nehmen müssen.

Auf dem Rückweg nach Jasper zeigte sich dann immer mehr die Sonne. Das Leben kann ja soooo gemein sein. In Jasper gönnten wir uns ausnahmsweise einen Restaurantbesuch: chinesisch! Danach gingen wir noch ins Kino Bourne Ultimatum schauen.

Back to Jasper

03. September 2007

Nach unserem zweitägigen Stopp in Valemount packten wir nun unsere Sachen zusammen und füllten nochmals alles auf (Tank und Lebensmittel).
Das Wetter war unsicher, eventuell Regen oder Sonnenschein. Zusammen fuhren wir zum Visitor Centre im Mt. Robson NP. Dort brauchten wir eine geschlagene Viertelstunde für die Entscheidung ob die Wanderung zum Lake Kinney in Angriff genommen werden sollte oder eben nicht. Da sich die Sonne durchzusetzen schien wagten wir es. Der Weg war 4,5 km lang und es galt nur 134 Höhenmeter zu bewältigen. In einer Stunde waren wir beim See angekommen. Das Wetter hatte sich zu unseren Gunsten gewendet und so konnten wir die Aussicht und ein Picknick direkt am Ufer geniessen.

Als wir nach dem Rückweg auf dem Parkplatz angekommen waren, verabschiedeten wir uns von Kathrin und Igor. Sie werden via Prince Georg nach Vancouver zurück fahren. Wir zurück nach Jasper.
Nach ca. 20 km sahen wir am Strassenrand eine Schwarzbären-Mutter mit zwei Jungen. Sie verzehrten genüsslich Beeren und liessen sich weder von den vorbei fahrenden Autos noch von den zahlreichen Fotografen stören.

Diese Begegnung stellte uns wieder auf, denn die letzten zwei Tage waren nicht gerade die Besten.
In Jasper liessen wir uns im Info Centre einige Tipps geben. Beim Cottonwood Slough sollten um diese Zeit Bären, Elche und Wapitis zu sehen sein. So machten wir uns auf den Weg zu diesem Sumpfgebiet. Nach 15 Minuten sahen wir einen Elk (Wapiti – Hirsch), er war riesig und hatte ein schönes Geweih. Nach einigen Fotos machten wir uns auf die Suche nach mehr, leider erfolglos.
So fuhren wir zum Whistlers-Campground und mussten über eine halbe Stunde auf einen Platz warten. Als wir in den Campingplatz fuhren, kam uns eine Herde Wapitis entgegen. Heute hatten wir wirklich Glück!

Beim Abendessen konnten wir durchs Fenster einem Squirrel (Eichhörnchen) bei der Arbeit zuschauen. Baum hoch – Tannzapfen hohlen – Baum runter – über den Weg ins Gebüsch. Dieses Szenario wiederholte sich duzende Male.

Valemount

02. September 2007

Die Nacht war kurz und nicht gerade erholsam, aber es ging. Die lang ersehnte Dusche brachte dann unsere Lebensgeister wieder etwas zurück.
Der ansässige Garagist war bald zur Stelle und „knackte“ den Wagen innert weniger Sekunden.
Nach all den Aufregungen beschlossen wir heute einen ruhigen Tag einzulegen. Dies gelang nur bedingt. Der uns empfohlene „very nice trail“, entpuppte sich nach wenigen Kilometern als äussert mieserabel. Die Stimmung sank und hielt sich nur dank Galgenhumor noch etwas aufrecht.
Den zweiten Teil des Nachmittags verbrachten wir dann auf dem Campingplatz, wo wir den Laptop endlich mal wieder in Betrieb nahmen. Dies war unser letzter Abend mit Kathrin und Igor. Morgen fahren sie Richtung Prince George und unser Weg führt wieder zurück nach Jasper. So melden wir uns wieder für ein paar Tage ab.

Columbia Icefield – Jasper – Valemount

01. September 2007

Zur Abwechslung regnete es mal wieder beim Frühstück. Doch dieses Mal hielt das schlechte Wetter an. So besichtigten wir beim Visitor Centre des Columbia Icefield´s erst mal die interessante und informative Ausstellung. Auch dieser Gletscher ist in kurzer Zeit massiv retour gegangen. Leider konnten wir nicht auf´s Eis, das Wetter war einfach zu schlecht.

Wir fuhren weiter zu den Sunwapta Falls. Durch das viele Nass, waren diese wenigstens etwas spektakulärer. Die Fotos konnten kurzfristig ohne Regen gemacht werden.

Danach legte es wieder los und so fuhren wir direkt nach Jasper. Dort wollten wir eigentlich übernachten, aber es wurde uns in unfreundlichem Ton mitgeteilt, dass alles full, full, full sei. In Jasper selbst verweilten wir daher nur ca. 2 Stunden.
Unser Weg führte uns nun Richtung Westen zum Mount Robson National Park.

Der Berg präsentierte sich bei teilweise vorhandenem Sonnenschein mit einigen Wolken um die Spitze.

Im Infocenter wurde uns noch die Rearguard Falls empfohlen. Die waren zwar nicht sehr hoch, aber deswegen nicht weniger spektakulär. Der Halt dort hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Von Jasper aus hatten wir vorsichtshalber in Valemount einen Platz reserviert, der mit allem (ausser Handy-Empfang) ausgerüstet ist. Nach 3 Tagen Adventurecamping schätzten wir den Komfort (Frischwasser, Strom, Laundry) doch sehr. Dann folgte für Kathrin und Igor der absolute Tiefpunkt des Tages. Sie sperrten sich aus ihrem Wagen aus. Alles Pröbeln nützte nichts und so wurde unser Wägelchen auf Maximalbesetzung getestet.

Chephren Lake – Wilcox Creek

31. August 2007

Vom Campground Waterflow aus starteten wir zu einem 4km langen Trail zum Chephren Lake. Da überall Zettel mit Bärenwarnung hingen, beschlossen Kathrin und Iris Glöckchen zu montieren. Igor und Marcel fanden das zwar nicht so toll, aber die Mädels konnten so beruhigt durch den Wald streifen. Am See angekommen, wurden wir dann dafür von den Mücken fast gefressen. Der See selbst war aber sehenswert.

Auf der Weiterfahrt hielten wir beim Saskatchewan Crossing um zu tanken und ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Dort herrscht Abzocke pur. So beschränkten wir uns auf das Allernötigste.
Beim Wilcox Creek Campground hielten wir für die Nacht. Marcel und Igor hackten kräftig Holz, damit es auch eine schöne Glut zum grillieren gab. Mmmmh, ein feiner Znacht. Marcel und Igor versuchten wiederum ihr Glück mit Wildtieren, aber auch heute hatten sie keinen Erfolg. So gabs halt wieder Marshmallows…